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Steuerfreie Arbeitgeberleistungen helfen bei der Mitarbeitermotivation. Die üblichen Gehaltserhöhungen ziehen für den Arbeitgeber und für den Arbeitnehmer erhebliche Abzüge nach sich und lassen bares Geld an den Fiskus und in die Sozialkassen abfließen. Vor allem kleine Unternehmen nutzen die Vorteile von steuerfreiem Arbeitslohn in Form von Sach- oder Dienstleistungen viel zu wenig. Der höhere Nettoeffekt ist für den Arbeitnehmer besonders lukrativ. Das geht aber nur, wenn der Arbeitgeber die komplizierten Bedingungen steuerfreier bzw. pauschal versteuerter Arbeitgeberleistungen kennt.

Voraussetzung für die Anwendung ist in den meisten Fällen, dass die steuerfreien Extras zusätzlich zu dem vereinbarten Arbeitslohn erbracht werden.

11 Tipps in der Übersicht

  1. Fahrtkostenzuschüsse oder Jobtickets bis 44 €
  2. Der Firmenwagen als ein Gehaltsextra
  3. Überlassung von PC, Handy oder Tablets
  4. 500 € im Jahr für Leistungen der Gesundheitsförderung
  5. Warengutscheine bis 44 €
  6. Essensmarken für Arbeitnehmer bis 3,10 € täglich
  7. Abgabe von Getränken und Snacks an Mitarbeiter
  8. Kindergartenzuschüsse sind steuerfreie Arbeitgeberleistungen
  9. Beihilfen und Unterstützungen bis 600 € als Notstandsbeihilfen
  10. Belegschaftsrabatte bis 1.080 €
  11. Aufmerksamkeiten bis 60 €

 

Tipp 1: Fahrtkostenzuschüsse oder Jobtickets bis 44 €

Monatliche Jobtickets sind weder steuer- noch sozialversicherungspflichtig. Die Ausgabe muss monatlich erfolgen. Das Limit liegt bei 44 €. Beträge darüber hinaus unterliegen einer Zuzahlungspflicht des Arbeitnehmers, um die Steuerfreiheit zu erhalten.

Bei Fahrtkostenzuschüssen in Geld handelt es sich dagegen um einen steuer- und sozialversicherungspflichtigen Arbeitslohn.

Allerdings kann der Arbeitgeber die Fahrtkosten für Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte nach § 40 Abs. 2 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes mit 15 % pauschal besteuern und sozialversicherungsfrei erstatten. Die Pauschalbesteuerung ist nur in Höhe der Werbungskosten nach § 9 EStG (einfache Entfernungskilometer x 0,30 €) möglich. Wenn von der Pauschalbesteuerung Gebrauch gemacht wird, kann der Arbeitnehmer die Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte nicht mehr als Werbungskosten in seiner privaten Einkommensteuererklärung geltend machen.

Tipp 2: Der Firmenwagen als Gehaltsextra

Alle Kosten des Kfz sind abzugsfähige Betriebsausgaben für das Unternehmen.

Die Überlassung eines Firmenwagens erfolgt im betrieblichen Interesse, wenn sichergestellt ist, dass das Fahrzeug nach Dienstende im Unternehmen verbleibt, also keiner privaten Nutzung zugänglich ist. Ist die Privatnutzung zusätzlich gestattet, muss ein geldwerter Vorteil – wenn kein Fahrtenbuch geführt wird – nach der 1-%-Methode lohnversteuert werden. Das bedeutet, dass 1 % vom Bruttolistenpreis des Fahrzeugs monatlich der Besteuerung unterliegt. Beispielsweise erhöht sich bei einem Kaufpreis von 30.000 € (incl. Mehrwertsteuer) der monatlich zu versteuernde Bruttolohn um 300 €. Auch für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte muss ein zusätzlicher geldwerter Vorteil ermittelt werden, nämlich monatlich 0,03 % des Bruttolistenpreises des Fahrzeugs multipliziert mit der Anzahl der Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Bei einem einfachen Fahrtweg von 23 km und einem Kaufpreis von 30.0000 € bedeutet das eine Erhöhung des monatlich zu versteuernden Bruttolohns um 207 €

Es gilt, für Ihre persönliche Situation auszurechnen, wie sich die zusätzliche Steuerbelastung z.B. bei einem Auto mit hohem Listenpreis zum Nutzungsvorteil d.h. der Anzahl der privat gefahrenen Kilometer verhält.

Tipp 3: Überlassung von PC, Handy oder Tablets

Die Überlassung von betrieblichen PCs, Smartphones oder Tablets, also von Datenverarbeitungsgeräten zur betrieblichen und privaten Nutzung ist eine steuerfreie und sozialversicherungsfreie Arbeitgeberleistung und das unabhängig von der Höhe sowie von dem Verhältnis der beruflichen und privaten Nutzung.

Tipp 4: 500 € im Jahr für Leistungen der Gesundheitsförderung

Die Bezuschussung gesundheitsfördernder Maßnahmen oder externer Kurse zur Gesundheitserhaltung gelten bis 500 € im Jahr je Arbeitnehmer als steuerfreier Arbeitslohn. Mitgliedsbeiträge eines Sportvereins oder Fitnessstudios fallen nicht unter diese Steuerbefreiung. Allerdings können dieselben im Rahmen der 44 € Sachbezugswerte gewährt werden.

Tipp 5: Warengutscheine bis 44 €

Ein Warengutschein gilt als Sachzuwendung, wenn der Anspruch ausschließlich zum Bezug von Waren genutzt werden kann. Das ist zum Beispiel bei einem Einkaufsgutschein mit aufgedrucktem Warenwert von höchstens 44 € pro Monat für ein Kaufhaus oder eine Tankstelle der Fall.

Tipp 6: Essensmarken für Arbeitnehmer bis zu 3,17 € täglich

Sie als Arbeitgeber dürfen Ihrem Arbeitnehmer Restaurantbons bzw. Kantinenmarken bis zu einem Wert von täglich 6,34 € zukommen lassen . Steuer- und sozialversicherungspflichtig ist davon nur der Sachbezugswert von 3,17 €.

Tipp 7: Abgabe von Getränken und  Snacks an Mitarbeiter

Kaffee, Tee oder Mineralwasser, Kekse oder Brezen, welche der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern überlässt, sind steuerfrei und sozialversicherungsfrei. Dasselbe gilt für Speisen während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes z. B. bei Überstunden oder Sitzungen mit bis zu 40 € je Teilnehmer.

Tipp 8: Kindergartenzuschüsse sind steuerfreie Arbeitgeberleistungen

Ein Kindergartenzuschuss für nicht schulpflichtige Kinder in Kindergärten, welcher zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt wird, ist steuerfrei und sozialversicherungsfrei.

Tipp 9: Beihilfen und Unterstützungen bis 600 € als Notstandsbeihilfen

Private Arbeitgeber können an einzelne Arbeitnehmer so genannte Notstandsbeihilfen bis 600 € im Jahr steuerfrei in besonderen Fällen gewähren, zum Beispiel in Krankheits- und Unglücksfällen. Das gilt auch für Erholungsbeihilfen bis 600 € zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.

Tipp 10: Belegschaftsrabatte sind bis 1.080 € möglich

Der Arbeitgeber kann seinem Arbeitnehmer eigene Waren oder Dienstleistungen bis 1.080 € im Jahr als steuerfreie Sachbezüge gewähren.

Tipp 11: Aufmerksamkeiten zu besonderen persönlichen Anlässen

Aufmerksamkeiten, das sind zum Beispiel Blumen, Bücher etc. gelten als Sachzuwendung von geringfügigem Wert, wenn sie 60 € (inklusive Mehrwertsteuer) nicht überschreiten und zu  persönlichen Anlässen geschenkt werden z. B. Geburtstag, Heirat, Geburt eines Kindes, Einstand, Ausstand, langjährige Betriebszugehörigkeit.

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